Warum Arbeitsspeicher und SSDs 2026 so teuer sind
Stand:
Rechenzentren für künstliche Intelligenz kaufen den Speichermarkt leer, und die Hersteller haben ihre Fertigung auf die teureren Sorten umgestellt. Für dich heißt das: DDR5 kostet ungefähr das Vier- bis Fünffache von Mitte 2025, SSDs gut das Doppelte. Vor 2027 wird es laut den meisten Prognosen nicht besser.
Wie schlimm es wirklich ist
Ein paar Zahlen aus dem August 2026, damit du es einordnen kannst. Der Speicherkrisen-Preisindex von 3DCenter kommt für Speicher auf 124 Prozent Aufschlag gegenüber dem Sommer 2025, allein im letzten Monat kamen 7,7 Prozent dazu.
- Ein DDR5-Kit mit 2 mal 16 GB fängt derzeit bei rund 390 Euro an. Gute Kits mit 6000 MT/s liegen bei etwa 520 Euro.
- Ein DDR4-Kit mit 2 mal 16 GB kostet um die 210 bis 240 Euro. Auch der alte Standard ist also mitgezogen.
- Bei SSDs meldet ComputerBase rund 126 Prozent Aufschlag gegenüber September 2025. Eine Kingston NV3 mit 1 TB ging von 50 auf 145 Euro, eine Samsung 990 Evo Plus mit 1 TB von 75 auf 180 Euro.
- Festplatten steigen ebenfalls, nur langsamer.
Meine Richtpreise stammten aus der Zeit vor der Krise und lagen dadurch um das Zwei- bis Fünffache zu niedrig. Ich habe sie am 28.08.2026 alle einzeln nachgeschlagen und korrigiert. Die Preise in meinen Bestenlisten und Komplettsystemen sind seitdem deutlich höher als vorher. Das ist keine Preiserhöhung von mir, das ist der Markt, und es war mir lieber das offen zu schreiben als es stillschweigend anzupassen.
Woran es liegt
Der Hauptgrund ist die Nachfrage aus Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Die brauchen enorme Mengen Speicher, und sie zahlen fast jeden Preis dafür. Für die Hersteller ist es deshalb lohnender, ihre Fertigung auf diese teuren Sorten umzustellen, als weiter günstige Riegel für Heimrechner zu bauen.
Dazu kommt: Neue Fabriken baut man nicht in einem Jahr. Speicherwerke brauchen Jahre und Milliarden, bis sie liefern. Die Lücke zwischen Nachfrage und Kapazität lässt sich also nicht kurzfristig schließen, egal wie hoch die Preise steigen.
Deshalb sind auch DDR4-Riegel teurer geworden, obwohl die technisch längst überholt sind. Die Fertigungslinien dafür laufen aus, das Angebot schrumpft, und bei alter Technik ohne Nachschub steigt der Preis genauso.
Was du jetzt tun kannst
- 1Erst prüfen, was du schon hast
Bevor du in diesem Markt Geld ausgibst: Läuft dein vorhandener Speicher überhaupt mit seiner Sollgeschwindigkeit? Bei sehr vielen Rechnern tut er das nicht. Das kostet nichts zu ändern, siehe Dein RAM läuft wahrscheinlich langsamer, als er könnte.
- 2Nur kaufen, was du wirklich brauchst
16 GB reichen für die meisten Spiele weiterhin. 64 GB kosten aktuell mehr als eine ordentliche Grafikkarte. Wer nicht gerade große Videoprojekte schneidet oder KI-Modelle lokal laufen lässt, braucht sie nicht.
- 3Beim Aufrüsten das Ganze rechnen
In diesem Markt kann ein zweiter Riegel mehr kosten als früher ein ganzes Kit. Prüf deshalb vorher, ob sich das noch lohnt oder ob das Geld an anderer Stelle mehr bringt. Mein Konfigurator rechnet die Summe mit meinen aktuellen Richtpreisen.
- 4Gebraucht ist gerade eine echte Option
Bei Speicher gibt es kaum Verschleiß, den man nicht sieht. Auf meinen Bauteil-Seiten steht neben dem Richtpreis der aktuelle eBay-Preis, damit du den Abstand siehst.
Die Prognosen, die ich gefunden habe, sind sich ungewöhnlich einig: Entspannung frühestens 2027, deutlichere Rückgänge eher 2028. Wer jetzt einen Rechner braucht, sollte nicht auf fallende Preise warten. Wer keinen braucht, kauft ohnehin besser nicht.
Woher diese Zahlen stammen
Ich messe den Speichermarkt nicht selbst. Die Zahlen oben stammen aus dem Speicherkrisen-Preisindex von 3DCenter (August 2026), aus Marktberichten von ComputerBase und PC Games Hardware, sowie aus Einzelabfragen bei den Preisvergleichen Geizhals und heise. Für jeden einzelnen Richtpreis in meinem Katalog steht die Quelle samt Datum und Modellnummer im Quelltext.
Wie ich generell mit Zahlen umgehe und was ich bewusst nicht behaupte, steht in meiner Methodik.
Häufige Fragen
- Warum ist RAM 2026 so teuer geworden?
- Rechenzentren für künstliche Intelligenz kaufen enorme Mengen Speicher und zahlen dafür fast jeden Preis. Die Hersteller haben ihre Fertigung deshalb auf diese teureren Sorten verlagert, wodurch für normale Heimrechner weniger produziert wird. Neue Fabriken brauchen Jahre, die Lücke lässt sich also nicht schnell schließen. Ergebnis: DDR5 kostet ungefähr das Vier- bis Fünffache von Mitte 2025.
- Werden die RAM-Preise 2026 wieder sinken?
- Danach sieht es nicht aus, und die Aussichten sind seit dem Sommer sogar schlechter geworden. Lenovo hat auf der ISC 2026 erklärt, dass ein neues Gleichgewicht frühestens ab 2030 zu erwarten ist, und dann auf einem Niveau deutlich über dem von 2024 und 2025. Dass ab 2028 neue Fabriken anlaufen, ist darin schon eingerechnet. Auf eine Rückkehr zu den alten Preisen sollte man also nicht warten. Hier stand bis zum 14.09.2026 „Entspannung ab 2027, Rückgänge ab 2028“, das war zu optimistisch. Quelle: ComputerBase vom 24.06.2026 über den Lenovo-Vortrag.
- Warum ist auch DDR4 teurer geworden, obwohl es alt ist?
- Weil die Fertigungslinien für DDR4 auslaufen. Die Hersteller stellen auf neuere und teurere Speichersorten um, dadurch schrumpft das Angebot an DDR4 laufend. Bei alter Technik ohne Nachschub steigt der Preis genauso wie bei neuer mit zu hoher Nachfrage. Ein DDR4-Kit mit 32 GB liegt derzeit bei etwa 210 bis 240 Euro.
- Wie viel RAM brauche ich in dieser Marktlage wirklich?
- Für die meisten aktuellen Spiele reichen 16 GB weiterhin aus, 32 GB sind komfortabel. 64 GB kosten derzeit mehr als eine ordentliche Grafikkarte und lohnen sich nur, wenn wirklich große Videoprojekte geschnitten oder KI-Modelle lokal ausgeführt werden. Vor jedem Kauf lohnt außerdem die Prüfung, ob der vorhandene Speicher überhaupt mit seiner vollen Geschwindigkeit läuft.
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