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Warum der eBay-Preis oft über dem Ladenpreis liegt

Stand:

Kurz gesagt

Ein Marktplatz ist kein Preisvergleich. Auf eBay setzt jeder Verkäufer seinen Preis selbst. Wer dort nach geprüfter Neuware sucht, landet oft bei Händlern, die deutlich über dem Ladenpreis liegen. Bei 18 Bauteilen, die ich nachgeschlagen habe, war das 13 mal so, meist um 30 bis 60 Prozent. Bei alten Bauteilen dreht es sich um: Da ist eBay plötzlich günstiger, weil es nur noch Gebrauchtware gibt.

Was ich gemessen habe

Ich lasse meine Richtpreise automatisch gegen den Markt prüfen. Am 29. August meldete das Skript 18 Bauteile als auffällig. Ich hätte die Werte einfach übernehmen können. Stattdessen habe ich jeden einzelnen von Hand bei einem echten Preisvergleich nachgeschlagen, und das hat meine eigene Annahme umgedreht.

  • In 13 von 18 Fällen lag der eBay-Preis ÜBER dem deutschen Handelspreis.
  • Der Abstand lag typisch bei 30 bis 60 Prozent.
  • Bei fünf Bauteilen war mein eigener Richtpreis schon richtig und allein eBay der Ausreißer.
  • Ein Netzteil, das im Handel bei 117 Euro anfängt (bei 30 Angeboten), stand bei eBay mit 225 Euro.
  • Ein CPU-Kühler, den 98 Händler ab 29,40 Euro führen, stand bei eBay mit 51 Euro.
Was diese Zahl NICHT sagt

Das waren keine zufällig ausgewählten Bauteile. Es waren genau die, die mein Skript vorher als auffällig gemeldet hatte, und sie stammen von einem einzigen Tag. Für den Satz "bei auffälligen Preisen lohnt sich das Nachschlagen" reicht das. Für den Satz "eBay ist immer teurer" reicht es nicht. Den behaupte ich also nicht.

Woran das liegt

Ein Preisvergleich sammelt die Angebote vieler Händler und zeigt dir das günstigste. Ein Marktplatz macht etwas anderes. Dort stellt jeder Verkäufer selbst ein, zu seinem eigenen Preis. Beides ist in Ordnung. Es sind nur zwei verschiedene Dinge, und ich hatte sie in einen Topf geworfen.

Dazu kommt der Filter, den man beim Suchen fast zwangsläufig setzt. Wer geprüfte Verkäufer und Neuware verlangt, sortiert damit einen großen Teil der günstigen Angebote weg. Übrig bleiben gewerbliche Anbieter, die ihren Aufwand einpreisen. Der Preis, den man dann sieht, ist echt. Er ist nur nicht der beste.

Bei alten Bauteilen dreht es sich um. Läuft ein Teil aus dem Handel, gibt es keine Neuware mehr, die den Preis drückt. Dann ist der Gebrauchtmarkt der Markt. Bei einem Prozessor von 2020 stand ein einzelnes Restangebot zu 559 Euro gegen einen Gebrauchtpreis von rund 180. Faktor drei, und keine der beiden Zahlen taugt als Richtpreis.

Was du daraus machst

  1. 1
    Nie nur eine Quelle ansehen

    Preisvergleich und Marktplatz nebeneinander legen. Weichen sie stark ab, hat das einen Grund, und der ist meistens interessant.

  2. 2
    Auf die Zahl der Angebote achten

    Ein Preis, hinter dem 30 Händler stehen, ist ein Marktpreis. Ein Preis mit einem einzigen Angebot ist ein Restposten. Die Zahl steht bei jedem Preisvergleich dabei. Ich habe sie jahrelang überlesen.

  3. 3
    Bei alten Teilen bewusst gebraucht schauen

    Wird ein Bauteil im Handel kaum noch geführt, ist der Gebrauchtpreis der ehrlichere Wert. Die Restposten sind dann Liebhaberpreise.

Der Ladenpreis ist auch nicht die ganze Wahrheit

Ein Preisvergleich zeigt das günstigste Angebot, nicht unbedingt ein gutes. Versandkosten, Lieferzeit und die Bewertung des Händlers gehören dazu. Der verbindliche Preis steht ohnehin erst im Shop.

Was das für meine eigenen Zahlen heißt

Mein Prüfskript ging bis zu diesem Tag davon aus, dass der Marktplatz-Preis der Maßstab ist. Das war falsch, und wäre ich ihm gefolgt, hätte ich acht Richtpreise schlechter gemacht als sie waren. Seitdem gilt bei mir: Der automatisch gemessene Preis ist der Anlass für eine Prüfung von Hand, nicht das Ergebnis.

Am selben Tag habe ich 20 Richtpreise korrigiert, jeden mit Artikelnummer und Zahl der Angebote belegt. Vier Bauteile haben zusätzlich den Vermerk bekommen, dass es sie im Handel nicht mehr gibt. Zu sehen in den Bestenlisten, und wie ich zu den Zahlen komme, steht in der Methodik.

Häufige Fragen

Ist eBay grundsätzlich teurer als der Handel?
Nein, und das habe ich auch nicht gemessen. Geprüft habe ich 18 Bauteile, bei denen mein Skript vorher eine Auffälligkeit gemeldet hatte. In 13 davon lag eBay über dem Handel. Bei ausgelaufenen Bauteilen ist eBay dagegen regelmäßig günstiger, weil es nur noch Gebrauchtware gibt.
Warum zeigt BenchMeister dann überhaupt eBay-Preise an?
Weil sie echt und aktuell sind. Mein Richtpreis ist nur ein Orientierungswert. Der eBay-Preis steht deshalb ausdrücklich als eBay-Preis daneben und nicht als Marktpreis. Bei älteren Bauteilen ist er sogar der ehrlichere Wert, weil er den Gebrauchtmarkt abbildet.
Woran erkenne ich, dass ein Preis kein Marktpreis ist?
An der Zahl der Angebote. Steht hinter einem Preis ein einziger Händler, ist es ein Restposten. Stehen 30 dahinter, ist es der Markt.
Was ist mit Bauteilen, die es gar nicht mehr zu kaufen gibt?
Die bleiben im Katalog, damit du deinen vorhandenen Rechner noch zusammenstellen und die Kompatibilität prüfen kannst. Sie sind aber als nicht mehr verfügbar gekennzeichnet, mit dem Hinweis, dass der angezeigte Preis der letzte bekannte Handelspreis ist und nichts über heute sagt.

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