Grafikkarte bis 500 Euro: Was dafür wirklich drin ist
Stand:
Die stärkste Karte bis 500 Euro ist bei mir die Radeon RX 7700 XT für rund 499 Euro, mit 12 GB Speicher. Am meisten Leistung je Euro bringt die Radeon RX 6700 XT für rund 320 Euro, auch mit 12 GB, aber sie ist zwei Generationen alt und läuft aus. Wenn du gemessene Bildraten sehen willst und nicht nur eine Einordnung, bleiben vier Karten übrig. Von denen ist die GeForce RTX 5060 für rund 355 Euro die schnellste, und die hat nur 8 GB.
Was für 500 Euro dasteht
Ich führe 30 Grafikkarten als kaufbar. Elf davon kosten 500 Euro oder weniger. Das ist mehr als ein Drittel, und die Unterschiede darin sind größer, als der gleiche Preisrahmen vermuten lässt.
- Radeon RX 7700 XT, rund 499 Euro, 12 GB. Die stärkste in dieser Klasse.
- GeForce RTX 5060, rund 355 Euro, 8 GB. Aktuelle Technik, gute Bildraten, wenig Speicher.
- Radeon RX 7600 XT, rund 340 Euro, 16 GB. Der meiste Speicher fürs Geld.
- Radeon RX 6700 XT, rund 320 Euro, 12 GB. Bestes Verhältnis aus Leistung und Preis, aber alt.
- Radeon RX 7600, rund 290 Euro, 8 GB. Der Einstieg, wenn Full HD reicht.
Alle elf mit den vollständigen Werten stehen in der Bestenliste Grafikkarten. Sortier sie dort nach Leistung je Euro statt nach Leistung. In dieser Preisklasse ist das die ehrlichere Reihenfolge.
Beim Speicher würde ich genauer hinsehen
Für 500 Euro geht es selten um die letzten fünf Prozent Bildrate. Es geht darum, ob die Karte in drei Jahren noch mitkommt. Und da ist der Grafikspeicher der Punkt, an dem die Angebote weit auseinanderliegen.
Drei Karten aus meiner Liste kosten fast dasselbe. Die RX 6700 XT liegt bei rund 320 Euro und hat 12 GB. Die RX 7600 XT liegt bei rund 340 Euro und hat 16 GB. Die RTX 5060 liegt bei rund 355 Euro und hat 8 GB. Zwischen der kleinsten und der größten Ausstattung liegen 35 Euro.
Der Preis nimmt dir die Entscheidung also nicht ab. Du musst sie selbst treffen.
Mehr Speicher macht keine Karte schneller. Er entscheidet darüber, was passiert, wenn der Platz nicht reicht. Dann wird ständig nachgeladen. Das siehst du nicht an einer kleineren Zahl im Messprogramm, sondern an Rucklern, wenn du dich schnell umdrehst, und an Texturen, die erst nach einer Sekunde scharf werden.
Spiele reservieren so viel Grafikspeicher, wie da ist. Ein voller Balken im Auslese-Programm heißt deshalb nicht, dass die Karte zu wenig hat. Knappheit erkennst du am Verhalten, nicht an der Anzeige.
Was ich belegen kann und was nicht
Jetzt die unangenehme Stelle. Ich schreibe sie lieber selbst hin, als dass sie jemand findet.
Meine Spiele-Messreihe deckt 15 Karten ab. Von den elf Karten bis 500 Euro sind vier dabei: die RTX 5060, die RTX 4060, die RTX 3060 und die RX 7600. Für die anderen sieben steht bei mir ein Indexwert und keine gemessene Bildrate.
Ein Indexwert ist nicht erfunden. Er kommt aus veröffentlichten Messungen, und woher genau, steht auf jeder Bauteilseite dabei. Aber er ist etwas anderes als eine Bildrate in einem bestimmten Spiel bei einer bestimmten Auflösung. Wo ich das eine habe und das andere nicht, sage ich es.
Das führt zu einer Zwickmühle, die ich nicht auflösen kann. Willst du 12 GB und eigene Messwerte, bleibt genau eine Karte übrig: die RTX 3060 für rund 379 Euro. Die ist aber die langsamste der vier gemessenen. Nimmst du stattdessen die stärkste gemessene Karte, die RTX 5060, bekommst du 8 GB. Mehr Speicher und mehr Tempo zusammen gibt es unter 500 Euro nur mit einer Karte, für die ich dir keine eigenen Bildraten zeigen kann.
Welche ich nehmen würde
- 1Full HD, und es soll wenig kosten
RX 7600 für rund 290 Euro. In dieser Auflösung reichen 8 GB, und du zahlst nichts für Leistung, die der Monitor nicht zeigt. Für diese Karte habe ich eigene Messwerte.
- 21440p, und die Karte soll ein paar Jahre halten
RX 7700 XT für rund 499 Euro. Sie ist die einzige in dieser Klasse, für die ich 2560 x 1440 als Auflösung eintrage, und mit 12 GB wird der Speicher nicht als Erstes eng. Eigene Bildraten habe ich für sie nicht.
- 3Möglichst viel fürs Geld, Alter egal
RX 6700 XT für rund 320 Euro. Sie stammt aus der 6000er-Reihe, ist also zwei Generationen zurück, und sie läuft aus. Prüf vor dem Kauf die Verfügbarkeit. Auslaufen heißt, dass sie irgendwann einfach nicht mehr da ist.
Zwei Sachen prüfen: Passt die Karte ins Gehäuse, und reicht das Netzteil? Beides rechnet mein Konfigurator nach, wenn du deine vorhandenen Teile einträgst. Die Faustregel fürs Netzteil: Karte plus Prozessor, rund 75 Watt für den Rest, dann etwa 30 Prozent drauf.
Häufige Fragen
- Welche Grafikkarte ist die beste bis 500 Euro?
- Nach reiner Leistung die Radeon RX 7700 XT für rund 499 Euro mit 12 GB. Nach Leistung je Euro die Radeon RX 6700 XT für rund 320 Euro, ebenfalls mit 12 GB, allerdings zwei Generationen alt und auslaufend. Beides sind eingeordnete Indexwerte. Eine eigene Spiele-Messreihe habe ich in dieser Preisklasse nur für vier Karten: RTX 5060, RTX 4060, RTX 3060 und RX 7600.
- Reichen 8 GB Grafikspeicher noch?
- Für Full HD meistens ja. Sobald die Auflösung oder die Texturqualität steigt, wird es eng, und das merkst du nicht an einer niedrigeren Bildrate, sondern an Nachladerucklern und an Texturen, die verzögert scharf werden. In dieser Preisklasse kostet mehr Speicher fast nichts extra: Bei mir liegen 8, 12 und 16 GB alle zwischen 320 und 355 Euro.
- Lohnt sich eine ältere Karte wie die RX 6700 XT?
- Gerechnet ja, sie hat bei mir das beste Verhältnis aus Leistung und Preis unter 500 Euro. Zwei Dinge gehören dazu: Sie stammt aus der 6000er-Reihe und ist damit zwei Generationen zurück, und die Verfügbarkeit ist unsicher, weil sie ausläuft. Wer heute kauft und in drei Jahren wieder kauft, fährt damit gut. Wer die Karte lange behalten will, eher nicht.
- Wie viel Netzteil brauche ich für eine Karte in dieser Klasse?
- Rechne die Wattangabe der Karte und die deines Prozessors zusammen, gib rund 75 Watt für den Rest dazu und schlag etwa 30 Prozent auf. Der Aufschlag ist kein Luxus. Grafikkarten ziehen für Sekundenbruchteile deutlich mehr als ihren Nennwert, und ein zu knappes Netzteil schaltet dabei ab. Das sieht dann aus wie ein Defekt der Karte.
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