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TDP

Auch: Thermal Design Power, Verlustleistung, TGP, TBP · Gemessen in Watt

Die TDP ist die Wärmemenge, die der Kühler abführen können muss, und nicht der Stromverbrauch des Bauteils.

Wärme, nicht Verbrauch

Die Zahl steht auf jedem Datenblatt und wird fast immer als Verbrauch gelesen. Gemeint ist etwas anderes: wie viel Wärme abgeführt werden muss, damit das Bauteil im Rahmen bleibt. Sie ist eine Vorgabe an den Kühler.

Verbrauch und Wärme hängen zwar zusammen, praktisch wird fast der ganze aufgenommene Strom zu Wärme, aber die TDP nennt einen Auslegungspunkt und keinen Messwert. Was der Prozessor im Leerlauf zieht, was er beim Spielen zieht und was er in der Spitze zieht, sind drei verschiedene Zahlen, und keine davon steht auf der Packung.

Der Punkt, an dem es teuer wird

Bei Grafikkarten meint die Wattangabe in aller Regel die ganze Karte, also Chip, Speicher, Lüfter und Wandler zusammen. Sie liegt damit nah an dem, was die Karte wirklich aus dem Netzteil zieht.

Beim Prozessor ist es nicht so. Dort ist die TDP eine Kühlervorgabe, und unter Volllast darf er darüber hinausgehen. AMD und Intel haben dafür eigene Grenzwerte, die im Mainboard eingestellt sind und höher liegen als die TDP auf dem Karton.

Wer also die TDP des Prozessors und die der Grafikkarte addiert und meint, er hätte jetzt den Verbrauch, unterschätzt die eine Hälfte und trifft die andere. Bei der Auslegung des Netzteils ist das genau die falsche Richtung. Wie es richtig geht, steht unter Netzteilleistung.

Wofür die Zahl trotzdem gut ist

Für den Kühler ist sie genau richtig, dafür ist sie gemacht. Ein Kühler, der für 150 Watt freigegeben ist, kommt mit einem 125-Watt-Prozessor zurecht.

Und sie taugt zum Vergleichen innerhalb einer Kategorie. Aus unserem Katalog: Ein Ryzen 5 7600 steht mit 65 Watt da, ein Ryzen 9 9950X mit 170. Dass der zweite deutlich mehr Kühlung und ein größeres Netzteil braucht, sagt die Zahl zuverlässig, auch wenn sie den genauen Verbrauch nicht nennt.

Beispiele aus unserem Katalog

  • AMD Ryzen 5 760065 W, kommt mit dem beigelegten Kühler aus
  • AMD Ryzen 9 9950X170 W, braucht deutlich mehr Kühlung
  • NVIDIA GeForce RTX 5080360 W, hier ist die ganze Karte gemeint, nicht nur der Chip
  • NVIDIA GeForce RTX 5060145 W, die Klasse, in der auch kleinere Netzteile reichen

Faustregel

Für die Wahl des Kühlers ist die TDP der richtige Wert. Für die Wahl des Netzteils zu knapp: Dort großzügiger rechnen, weil Prozessoren in der Spitze über ihre TDP hinausgehen.

Häufiger Irrtum

Ein Prozessor mit 65 Watt TDP verbraucht 65 Watt.

Nein. Im Leerlauf zieht er ein Vielfaches weniger, unter Volllast in der Spitze mehr. Die TDP ist ein Auslegungspunkt für den Kühler und kein Messwert.

Häufige Fragen

Ist TDP dasselbe wie Stromverbrauch?

Nein. Die TDP sagt, wie viel Wärme der Kühler abführen können muss. Bei Grafikkarten liegt sie nah am tatsächlichen Verbrauch der Karte, bei Prozessoren nicht: Dort geht die Spitzenaufnahme unter Volllast darüber hinaus.

Kann ich TDP von CPU und Grafikkarte einfach addieren?

Für eine grobe Untergrenze ja, als Netzteilgröße nein. Der Prozessor zieht in der Spitze mehr als seine TDP, dazu kommen Mainboard, Laufwerke und Lüfter, und Grafikkarten haben kurze Lastspitzen weit über ihrem Normalwert.

Warum steht bei meiner Grafikkarte TGP oder TBP statt TDP?

Das sind die genaueren Begriffe der Hersteller für die Leistung der gesamten Karte. NVIDIA schreibt meist TGP, AMD TBP. Gemeint ist in beiden Fällen das ganze Brett und nicht nur der Chip, deshalb ist die Zahl für die Netzteilrechnung brauchbar.

Weiterlesen

  • Netzteilleistung · Die Netzteilleistung ist die Wattzahl, die ein Netzteil dauerhaft an den Rechner abgeben kann, und sie muss über dem liegen, was die Bauteile in der Spitze ziehen.
  • Flaschenhals · Ein Flaschenhals ist das Bauteil, das in einer bestimmten Situation als erstes an seine Grenze kommt und damit das Tempo des ganzen Rechners vorgibt.
  • Netzteilleistung für deinen Rechner ausrechnen

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