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CAS-Latenz

Auch: CL, CL-Wert, Latenz beim RAM, CAS Latency · Gemessen in Takte

Die CAS-Latenz sagt, wie viele Takte der Arbeitsspeicher wartet, bevor er nach einer Anfrage die ersten Daten herausrückt.

Warum die Zahl allein nichts sagt

Die CAS-Latenz steht auf jeder Speicherpackung, meist als CL16 oder CL36. Je kleiner, desto besser, sagt die Werbung. Das stimmt aber nur, solange man zwei Riegel mit demselben Takt vergleicht.

Der Grund ist einfach: Die Zahl zählt Takte, keine Zeit. Und ein Takt ist bei schnellem Speicher kürzer als bei langsamem. 40 kurze Takte können weniger Zeit kosten als 16 lange.

Was du wirklich wissen willst, ist die Wartezeit in Nanosekunden. Die rechnest du selbst aus: CL mal 2000, geteilt durch die Zahl hinter DDR. Die 2000 stehen da, weil DDR-Speicher zweimal je Takt überträgt und eine Sekunde eine Milliarde Nanosekunden hat.

Dasselbe an vier Riegeln aus unserem Katalog

Zwei Riegel mit exakt demselben Takt, DDR4-3200: Der eine hat CL16 und wartet 10,0 Nanosekunden. Der andere hat CL22 und wartet 13,75. Hier ist die kleinere Zahl tatsächlich die bessere, weil der Takt gleich ist.

Jetzt der Vergleich über die Generationen hinweg: DDR5-6400 mit CL32 wartet ebenfalls 10,0 Nanosekunden, also exakt gleich lang wie der DDR4-3200 CL16. Die CL-Zahl ist doppelt so hoch, die Wartezeit identisch. Dafür schafft der DDR5 in derselben Zeit doppelt so viele Daten.

Und der ungünstige Fall: DDR5-5200 mit CL40 wartet 15,4 Nanosekunden. Das ist träger als jeder DDR4 in dieser Liste. Wer nur auf „DDR5“ schaut, kauft das mit.

Und was bringt das jetzt beim Spielen

Ehrliche Antwort: weniger, als die Zahlenspiele nahelegen. Die Wartezeit macht sich vor allem dort bemerkbar, wo der Prozessor der Bremsklotz ist, also in Aufbau- und Strategiespielen mit vielen Einheiten und in niedrigen Auflösungen. In hohen Auflösungen entscheidet meist die Grafikkarte, und dann ist der Speicher fast egal.

Der mit Abstand größere Hebel ist ein anderer: dass das Speicherprofil im BIOS überhaupt eingeschaltet ist. Ohne läuft auch der teuerste Riegel auf Werkstakt, und dann ist die CL-Zahl auf der Packung reine Dekoration. Wie du das prüfst, steht in Dein RAM läuft wahrscheinlich langsamer, als er könnte.

Beispiele aus unserem Katalog

  • Corsair Vengeance LPX DDR4-3200 16GBCL16, also 10,0 ns, die günstige Sorte, die trotzdem schnell reagiert
  • Crucial Pro DDR4-3200 32GBCL22, also 13,75 ns, gleicher Takt wie oben, aber spürbar träger
  • G.Skill Trident Z5 RGB DDR5-6400 32GBCL32, also 10,0 ns, gleiche Wartezeit wie DDR4-3200 CL16, doppelte Bandbreite
  • Kingston Fury Beast DDR5-5200 16GBCL40, also 15,4 ns, DDR5 auf dem Papier, träger als jeder DDR4 hier

Faustregel

Erst den Takt aussuchen, dann unter den Riegeln mit diesem Takt den mit der kleinsten CL-Zahl nehmen. Und danach im BIOS das Profil einschalten, sonst war die ganze Auswahl umsonst.

Häufiger Irrtum

Ein Riegel mit CL16 ist schneller als einer mit CL36.

Nur bei gleichem Takt. Über Generationen hinweg stimmt es oft nicht: DDR5-6400 CL32 wartet genauso lange wie DDR4-3200 CL16, nämlich 10 Nanosekunden, überträgt dabei aber doppelt so viel.

Häufige Fragen

Ist CL16 besser als CL36?

Nur wenn beide Riegel denselben Takt haben. Rechne sonst die Wartezeit aus: CL mal 2000, geteilt durch die Zahl hinter DDR. DDR4-3200 CL16 und DDR5-6400 CL32 kommen beide auf 10 Nanosekunden, der DDR5 überträgt dabei aber doppelt so viel.

Wie rechne ich die CAS-Latenz in Nanosekunden um?

CL mal 2000, geteilt durch die Datenrate. Bei DDR5-6000 CL36 also 36 mal 2000 geteilt durch 6000, das sind 12 Nanosekunden. Die 2000 kommen daher, dass DDR zweimal je Takt überträgt.

Lohnt es sich, für eine niedrigere CL mehr zu zahlen?

Selten. Der Unterschied liegt meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich und nur dort, wo der Prozessor bremst. Das Geld ist fast immer besser in mehr Kapazität oder in der Grafikkarte angelegt. Wichtiger als jede CL-Zahl ist, dass das Speicherprofil im BIOS an ist.

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