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Arbeitsspeicher

Dein RAM läuft wahrscheinlich langsamer, als er könnte

Stand:

Kurz gesagt

Arbeitsspeicher läuft ab Werk mit einer langsamen Grundgeschwindigkeit, die jeder Riegel garantiert beherrscht. Das schnelle Tempo, für das du bezahlt hast, steckt in einem Profil namens XMP (Intel) oder EXPO (AMD), und dieses Profil ist im BIOS standardmäßig ausgeschaltet. Einschalten dauert zwei Minuten und kostet nichts.

Woran du erkennst, ob es dich betrifft

Das geht ohne Zusatzprogramm. Drücke Strg, Umschalt und Escape gleichzeitig, dann öffnet sich der Task-Manager. Klick oben auf „Leistung“ und links auf „Arbeitsspeicher“. Rechts steht eine Zeile „Geschwindigkeit“.

Steht dort 2133 MHz, 2400 MHz oder 2666 MHz, dein Speicher wurde aber als DDR4-3200 oder schneller verkauft, dann läuft er unter seinen Möglichkeiten. Bei DDR5 ist 4800 MHz der typische Wert, wenn das Profil aus ist.

Warum die angezeigte Zahl manchmal halb so groß wirkt

Manche Programme zeigen 1600 statt 3200 an. Das ist kein Fehler: DDR steht für Double Data Rate, der Speicher überträgt zweimal je Takt. Die Zahl auf der Verpackung ist bereits die verdoppelte.

Wenn du es dir nicht selbst zusammensuchen willst: Unser PC-Check-Tool liest genau das aus und sagt dir in einem Satz, ob dein Speicher unter seiner Sollgeschwindigkeit läuft. Es installiert nichts und verändert nichts.

Warum das überhaupt passiert

Speicherriegel müssen in jedem Rechner laufen, in jeder Kombination, mit jedem Mainboard. Deshalb gibt es einen Grundtakt, den jeder Riegel sicher beherrscht, festgelegt von einem Gremium namens JEDEC. Auf diesen Grundtakt stellt sich der Rechner beim ersten Start ein.

Alles darüber ist ab Werk eingestellte Übertaktung. Der Hersteller hat sein Kit getestet und die schnellen Einstellungen als fertiges Profil auf dem Riegel hinterlegt. Dieses Profil heißt bei Intel XMP, bei AMD EXPO. Auf manchen Mainboards steht dafür auch D.O.C.P. oder EOCP im Menü, gemeint ist dasselbe.

Aus ist es, weil ein Rechner der nicht startet schlimmer ist als einer der langsam läuft. Aus Herstellersicht verständlich. Für dich heißt es trotzdem: Wer nie ins BIOS schaut, fährt jahrelang mit angezogener Handbremse.

So schaltest du es ein

  1. 1
    Rechner neu starten und ins BIOS

    Direkt nach dem Einschalten wiederholt die Entf-Taste drücken. Bei manchen Mainboards ist es F2. Welche es ist, steht meist kurz auf dem ersten Bildschirm.

  2. 2
    Den erweiterten Modus suchen

    Viele BIOS starten in einer einfachen Ansicht. Der Punkt heißt „Advanced Mode“ oder „Erweitert“ und liegt oft auf F7.

  3. 3
    Das Profil einschalten

    Suche einen Eintrag namens XMP, EXPO, D.O.C.P. oder „Memory Profile“. Er steht meistens gleich auf der Startseite oder unter „OC“ bzw. „Tweaker“. Von „Disabled“ auf „Profile 1“ stellen.

  4. 4
    Speichern und neu starten

    Mit F10 speichern und bestätigen. Der Rechner startet neu, das dauert beim ersten Mal oft länger als sonst, das ist normal.

  5. 5
    Nachschauen, ob es gewirkt hat

    Wieder Task-Manager, Leistung, Arbeitsspeicher. Dort sollte jetzt die Zahl von der Verpackung stehen.

Wenn der Rechner danach zickt

Es bleibt Übertaktung, und die kann schiefgehen: Abstürze, Bluescreens, oder der Rechner startet gar nicht mehr. Startet er nicht, setzt sich das BIOS meist nach zwei, drei Fehlversuchen von selbst zurück. Sonst hilft die Clear-CMOS-Taste am Mainboard oder das kurze Abziehen der Knopfzelle. Danach das Profil einfach ausgelassen, dann läuft alles wie vorher. Wer sich das nicht zutraut, lässt es, es geht dabei nichts kaputt, aber es kann einen Nachmittag kosten.

Was es tatsächlich bringt

Rechnerisch ist die Sache eindeutig: 3200 statt 2133 sind 50 Prozent mehr Speicherbandbreite, 6000 statt 4800 sind 25 Prozent. Diese Zahlen sind reine Division, kein Messwert.

Was davon in deinen Spielen ankommt, ist eine andere Frage. Da drücken sich viele Ratgeber. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was dein Rechner gerade tut.

  • Am meisten spürbar bei Prozessoren mit eingebauter Grafik. Die haben keinen eigenen Grafikspeicher und nutzen den Arbeitsspeicher mit, hier ist der Unterschied groß.
  • Deutlich spürbar in Spielen, die viele Objekte gleichzeitig berechnen, etwa Aufbauspiele und Simulationen.
  • Kaum spürbar, wenn ohnehin die Grafikkarte am Anschlag läuft, also bei hohen Auflösungen mit maximalen Details.

Weil es nichts kostet und in zwei Minuten erledigt ist, lohnt es sich trotzdem in jedem Fall. Es ist die einzige Aufrüstung, für die du nichts kaufen musst. Wenn du wissen willst, wo dein Speicher überhaupt steht, hilft die RAM-Bestenliste.

Häufige Fragen

Ist XMP gefährlich für den Arbeitsspeicher?
Nein. XMP nutzt die Einstellungen, die der Speicherhersteller selbst auf dem Riegel hinterlegt und für die er die Garantie gibt. Kaputtgehen kann dabei nichts. Instabil laufen kann es aber schon, vor allem wenn vier Riegel oder verschiedene Kits im Rechner stecken. In dem Fall schaltet man das Profil einfach wieder aus.
Warum läuft mein DDR4-3200 nur mit 2133 MHz?
Weil 2133 MHz die Grundgeschwindigkeit ist, die jeder DDR4-Riegel garantiert beherrscht. Die beworbenen 3200 stecken in einem Profil namens XMP oder EXPO, das im BIOS ab Werk ausgeschaltet ist. Es muss einmal von Hand eingeschaltet werden, danach bleibt die Einstellung dauerhaft erhalten.
Wo finde ich XMP im BIOS?
Der Eintrag heißt je nach Mainboard XMP, EXPO, D.O.C.P., EOCP oder schlicht Memory Profile. Er steht bei den meisten Mainboards schon auf der Startseite des BIOS oder im Bereich OC beziehungsweise Tweaker. Umgestellt wird von Disabled auf Profile 1, danach mit F10 speichern.
Bringt XMP mehr FPS in Spielen?
Meistens ja, aber wie viel hängt stark vom Spiel und vom restlichen Rechner ab. Am größten ist der Gewinn bei Prozessoren mit eingebauter Grafikeinheit, weil die den Arbeitsspeicher als Grafikspeicher mitbenutzen. Läuft dagegen die Grafikkarte ohnehin am Anschlag, ändert sich wenig. Da das Einschalten nichts kostet, lohnt es sich trotzdem.

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